Oman: Nizwa, oder wie die Ziege meckern lernte

Die Ziege meckert und stemmt die hinteren Klauen in den Boden. der etwa 70-jährige Besitzer zerrt an dem Strick des Tieres. Ziegen, Schafe und Kühe haben es nicht einfach auf diesem Viehmarkt in Nizwa einer Stadt im im Zentrum des omanischen Kernlandes. 

Nizwa

gehört zu den schönsten Städten des Omans, mit dem Fort und der herrlichen Landschaft, umrahmt von hohen Bergen.

Die Oasenstadt liegt am Südrand des Hadschar-Gebirges nahe dem Dschabal al-Achdar, dem höchsten Bergmassiv Omans, etwa 170 km von der Hauptstadt Muskat entfernt. 

Der Viehmarkt in Nizwa

Auf ins Getümmel, ein Muhen, Blöken und Meckern tönt aus dem Gewusele hinter dem Souk in der Altstadt von Nizwa. Wir quetschen uns mit den Käufern und Verkäufern in die Masse aus Ziegen, Schafen, Kühen und Menschen. Es ist gar nicht einfach in diesem Chaos, nur die auf einer Minitribüne in der Mitte des Geschehen haben es gut, im inneren Zirkel haben sie den vollen Überblick, da wäre ich jetzt auch gern.

Immer wieder werden Ziegen durch den Kreis getrieben, dann Schafe, ein Kalb, mehrere Lämmer und weitere Kühe. Immer lauter schreien die Kaufinteressenten und winken verschiedene Verkäufer mit ihren Tieren zu sich hinüber, um ihr Gebot abzugeben.

Trotz der scheinbaren Passivität der Frauen beobachten diese das Geschehen und verfolgen jedes Gespräch zwischen ihren Männern und möglichen Verkäufern. Häufig tritt ein Omaner zu seiner Frau, vertieft sich in ein kurzes Gespräch unter vier Augen mit ihr. Erst wenn die Frau das Angebot abgesegnet oder aber mit einer winkenden Handbewegung abgelehnt hat, kehrt er schließlich zum Geschäftspartner zurück.

Der Viehmarkt von Nizwa ist ein großes Ereignis und findet jeden Freitag statt, Touristen sind herzlich willkommen.

Frauen sieht man wenige auf dem Markt. Sie stehen abseits in langen schwarzen Gewändern mit Schleiern oder gar Nikabs, dem Gesichtsschleier. Nur die Beduininnen setzen sich von der Masse der schwarzgekleideten Frauen ab. Ihre Gewänder und Schleier sind oft farbig, dazu tragen sie eine schwarze Gesichtsmaske, die Löcher für die Augen freilässt. Die Frauen begleiten ihre Männer, wenn sie Besitzerinnen eines Tieres sind, meist haben sie Ziegen. Die Verhandlung führen zwar immer die Männer, doch die Frau muss mit dem Preis einverstanden sein.

Die Ziege ist schnell verkauft, ein junger Mann nähert sich dem Ziegenbesitzer, der Wortwechsel ist kurz einige Geldscheine wechseln den Besitzer und schon zerrt der neue Besitzer an dem Strick und muss schauen wie er mit diesem störrischen Vieh fertig wird.....  

Waffen im Oman

Jeder Mann im Oman muss einen Dolch (Khanjar) besitzen. Auf mein westliches Gemüt wirkt es martialisch und mit seiner scharfen Klinge ist der Khanjar eine gefährlichen Waffe und trotzdem voller Schönheit und Anmut: Die Scheide aus purem Silber, der Griff aus Elfenbein oder Horn und der dazugehörige Gürtel in kunstvoller Kleinarbeit mit filigranen Silberfäden bestickt, wird er auch heute noch täglich getragen.

Nach uralten Traditionen hergestellt wird er vor allem in Nizwa, das für seine ausgefeilte Silberschmiedekunst berühmt ist hergestellt und verkauft. Aber auch ein Gewehr ist in jeder Omanischen Familie vorhanden und so wundert es mich nicht, dass hier in Nizwa auf dem Viehmarkt auch Waffen verkauft werden.

Fischverkäufer am Viehmarkt

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