Myanmar: Der weite Weg zum Inle Lake.

Unsere Tage am Inle See in Myanmar beginnen früh, in der magischen Stunde zwischen Nacht und Tag beginnen die Mönche mit buddhistischen Gesängen. Ein Lautsprecher trägt die exotischen Klänge vom Kloster herüber, Inle erwacht. Lange bevor die Sonne die ersten Nebelschwaden auflöst, gleiten schon die Fischer in ihren Kähnen über das Wasser.....

Mount Popa

Aber der Weg von Bagan zum Inle Lake ist weit und die Straßen sind schlecht, sehr schlecht und so brauchen wir 10 Stunden und kommen erst spät am Abend in Inle an. Unterwegs nehmen wir uns aber die Zeit um Mount Popa zu besichtigen. Der erloschene Vulkan reckt sich wie eine Nadel aus der Ebene, obenauf ist ein Kloster und eine Pagode. Der Berg ist etwa 1500 Meter hoch und den Nats gewidmet. Obwohl der Buddhismus schon seit kurz nach der großen Synode zu Patalipootra um 200 v. Chr. die etablierte Religion in Myanmar ist haben Dämonen auch heute noch ihren Platz in der Gesellschaft, die Kombination Buddhismus und Animismus ist weit verbreitet.

Inle Lake

Über Jahunderte haben die Intha, die Menschen vom See, ihre einzigartige Rudertechnik entwickelt, Auf der Welt kann man diese Technik nur einmal bewundern hier auf dem Inle lake, den Longyi, den traditionellen Wickelrock, über die Knie gerafft, stehen die Fischer mit einem Bein auf einer kleinen Plattform am Heck, während sie das andere um ein Ruder schlingen. So bewegen sie die Boote mit kräftigen Paddelstößen und haben gleichzeitig beide Hände frei, um die Netzkörbe auszuwerfen und mit dem Fang wieder einzuholen.

Der Inle-See ist ein Süßwassersee im Shan-Staat. Er ist bekannt durch seine Einbeinruderer und schwimmenden Dörfer und Gärten. Das Leben dieser Menschen ist völlig auf den See ausgerichtet. Der See hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 24 km und eine Ost-West-Ausdehnung von 11 km. Der See liegt auf 875 m über dem Meeresspiegel und hat eine Oberfläche von durchschnittlich 12.000 Hektar. Damit ist er nach dem Indawgyi-See der zweitgrößte See Myanmars. 

Innerhalb des Sees und am Seeufer gibt es insgesamt 17 Dörfer, welche überwiegend von der Intha Bevölkerung bewohnt sind. Die Häuser sind auf Pfählen gebaut. Insgesamt wohnen hier 70.000 Menschen. Die Bevölkerung baut Gemüse, Früchte und Blumen an. Viele der Kulturen werden auf schwimmenden Feldern bestellt. Basis dieser schwimmenden Felder ist eine sehr fruchtbare feste Masse bestehend aus Sumpf, Erde und Wasserhyazinthen, die mittels Bambuspfählen am Seeboden befestigt sind.

Schwimmende Gärten

Indein

erreichen wir von Inle über den Inle Lake und den Nam Pilu Fluss nach einer zweistündigen Bootsfahrt. Das Flussufer wird landwirtschaftlich intensiv genutzt, auf den Feldern kann man Bauern mit ihren Ochsen und Wasserbüffeln bei der Arbeit beobachten. Oft sieht man auch Frauen die Wäsche waschen oder ein Bad nehmen.

Indein mit seinen über 1000 Stupas und Pagoden auf einem Hügel gelegenen ist die lange Bootsfahrt wert und einer der Höhepunkte am Inle Lake. Indein ist ein kleines Dorf welches nur am Markttag von den Menschen aus den umliegenden Dörfern besucht wird. Der direkte Weg zum Tempel auf dem Hügel führt durch einen überdachten befestigten Aufgang, der von vielen Souvenirständen gesäumt ist.

Ein besonderes Erlebnis ist allerdings der Weg durch den Pagodenwald, schon nach wenigen Meter steht man in einem Wald aus unendlich vielen kleinen und größeren Pagoden und Stupas. Diese sind teilweise überwuchert, aber auch teilweise ganz neu gebaut und restauriert. Es herrscht absolute Stille, man hört nur die vom Wind bewegten kleinen Glöckchen auf den Pagodenspitzen bimmeln. Im 17 Jahrhundert war Indein der Sitz eines Shan Fürsten und auch in diese Zeit sind all diese unzähligen Pagoden und Stupas entstanden.

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