Traumstraßen der Welt: Über den Denali- & Taylor Highway bis Dawson City

Ein Highway, darunter habe ich mir immer so etwas wie eine Autobahn oder zumindest eine gut ausgebaute Straße vorgestellt aber ein Deutscher Feldweg ist gegenüber dem Denali- oder dem Taylor Highway eine vorzüglich ausgebaute Straße. Beide Highways sind über eine Länge von mehr als 400 km Schotterpisten, aber wir wollen diese Straßen befahren und prompt erwischt es uns uns auf dem Denali Highway, ziemlich genau nach 100 km haben wir einen defekten Reifen. Ein Handynetzwerk gibt es hier natürlich nicht, selbst ist der Mann, schnell ist der Ersatzreifen vom Dachgepäckträger geholt und montiert. Da wir noch einen zweiten Ersatzreifen dabei haben, fahren wir mit ruhigem Gewissen in Sichtweite der Alaska Range weiter.

Denali National Park

Los geht unser Abenteuer im Denali National Park. Dieser Park ist mit über 24000 Quadratkilometern einer der größten Nationalparks in Nordamerika. Er umschließt ein komplettes Ökosystem aus Nadelwäldern und weiten Tundragebieten, die im Sommer mit Blumen bedeckt sind, ein prachtvoller Anblick vor dem Panorama der schneebedeckten Berge der Alaska Range. Inmitten dieser Bergwelt erhebt sich der mit 6194 Metern höchste Berg Nordamerikas, der immer mit Schnee und Eis bedeckte Mount McKinley. Der Park ist auch ein Tierparadies für Bären, Elche, Wölfe und Karibus.

Die Gravel Road zum mit 6194 Metern höchsten Berg Nordamerikas ist schlecht. Aber jede Meile lohnt sich denn wir haben das seltene Glück den Riesen ohne Wolken-Krone zu sehen. 

Der Grizzlybär (Ursus arctos horribilis) ist eine in Nordamerika lebende Unterart des Braunbären. Ging man in früherer Zeit noch von zahlreichen verschiedenen Unterarten auf diesem Kontinent aus, so werden heute in der Regel alle dort lebenden Braunbären mit Ausnahme der Kodiak- und Katmaibären als Grizzlybär bezeichnet.

Der Denali Highway.

Vom Denali National Park kommend biegen wir in Cantwell auf den Denali Highway ab. Von nun an sind es ungefähr 800 Km über den Denali- & Tayler Highway bis zur alten Goldgräber-Stadt Dawson in Yukon. Wir fahren vier Tage durch eine der unberührtesten Landschaften der Welt. Für mich und Barbara, nun ja ist dieser weite Weg Abenteuer genug.

Ausgerechnet Alaskas landschaftlich reizvollste Straße ist für Mietwagen ein verbotener Genuss. Denn Autovermieter mögen diesen Highway überhaupt nicht da nur ein kleiner Teil der asphaltiert ist. Auf der Fahrt trifft man nur wenig Reisende, weshalb man bei einer Panne nicht sofort mit Hilfe rechnen kann. Kein Wunder also, dass der Denali Highway nur während der Sommermonate geöffnet ist.

Wer aber das Wagnis eingeht diesen Highway zu befahren, wird mit atemberaubenden Ansichten auf die Bergwelt der Alaska Range belohnt mit 4216 Meter ist der Mt. Hayes am Highway der höchsten Gipfel. Besonders während der Morgen- und Abendstunden, im Schutze des Dämmerlichts, können wachsame Reisende unvergessliche Blicke auf menschenscheue Wildtiere werfen. Der Denali Highway zeichnet sich durch seine menschenleere Natur aus, Servicestationen gibt es wenige, also vorsichtshalber beim Start in Cantwell volltanken.

Der Tayler Highway.

ist in aller Regel auch für Mietfahrzeuge verboten. Der Highway ist mit einer Länge von 259 km ab Tetlin Junction am Alaska Highway mit Dawson City am Yukon River verbunden. Der Highway wurde 1953 gebaut, um Zugang zu Chicken, Eagle und dem historischen Fortymile Mining District sowie eine Verbindung nach Dawson City zu schaffen.

Die ersten 80 km sind asphaltiert, danach ist der Highway Schotterpiste. Und man fährt durch eine hügelige, dicht bewaldete, menschenleere Landschaft nach Norden bis man den Yukon erreicht. Nach 104 km sollte man den alten Goldgräber Ort Chicken besichtigen und sich als Goldschürfer betätigen.

Schotterpisten martern unser Fahrgestell aber dafür erfreuen uns die vielen Karibus. Noch mal knapp 50 Kilometer weiter stößt man auf die Jack Wade Junction und auf den Top of the World Highway in Richtung Osten. Weiter dem Taylor Highway folgend, geht es mit vielen Windungen bis Eagle beständig Berg auf und ab. 

Entschädigt wird man für dieses nicht immer ungefährliche Fahrt mit einem wunderschönen Blick auf unberührte Natur und mit ein wenig Glück auf entlangziehende Karibus. Unterwegs sieht man immer noch Relikte aus der Goldschürf Zeit, zB. verlassene Hütten und schweres Schürfgerät. Von Oktober bis April ist der Taylor Highway für Kraftfahrzeuge gesperrt, Schneemobile dürfen ihn aber befahren.

Dawson City: Zu Besuch bei  Klondike Kate &  Jack London.

Am Zusammenfluss von Klondike und Yukon auf einer Elchweide wurde Dawson City durch den Yukon Oldtimer Joseph Ladue gegründet. Schon 1897 lebten hier 5000 Menschen aus allen Ecken der Welt. 1898 als der Hauptstrom der Goldsucher eintraf wuchs die Einwohnerzahl auf über 30000 an. Während dieser hektischen Jahre war Dawson City Kanadas äußerste Grenze der Zivilisation. Riesige Vermögen wurden gemacht, aber auch schnell wieder verloren. Schnell hieß Dawson City das Paris des Nordens, Hotels, Theater, Tanzhallen und Bars wurden an allen Ecken der Stadt aus dem Boden gestampft . Kirchen und Hospitäler entstanden Seite an Seite mit Blockhütten und Lagerhäusern.

Na klar gibt es noch Raddampfer auf dem Yukon und wie 1898 tanzen auch noch die Tanzmädchen bei Diamond Tooth Gerties. Die Bevölkerung war ein buntes Gemisch von Goldgräbern, Ärzten, Huren, Pfarrern und schillernden Persönlichkeiten wie Diamond Tooth Gertie, Klondike Kate oder auch Jack London. Jeden Sommer kamen Raddampfer Tausende von Meilen den Yukon herauf und brachten französischen Wein, Bücher, Kleider nach der neusten Mode, Pianos und Goldgräber.

Aber schnell ging es wieder abwärts Dawson City verfiel und Unkraut wuchs zwischen den verrot-tenden hölzernen Bürgersteigen. Um 1938 war Dawson ein Dorf mit ca. 800 Einwohnern und 1953 wurde auch die Regierung des Territoriums nach Whitehorse verlegt. Vieles hat sich geändert am Klondike, aber Samstags, wenn die modernen Goldgräber von ihren Claims in die Stadt kommen und sich unter die Touristen mischen ist es noch wie damals: In den Salons geht es hoch her, im Casino von Diomond Tooth Gerties wird gepokert und auf der Bühne schwingen die Can-Can Girls ihre Beine.

Linkes Bild der Red Feather Saloon 1897, rechtes Bild 2014

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Kommentare: 3
  • #1

    ursuvo (Montag, 11 August 2014 23:09)

    gern bin ich weiter mit Euch gereist - aus dieser Gegend bekommt man ja auch nur selten "persönliche" Berichte zu hören oder zu lesen!
    Bin schon gespannt, wo es Euch demnächst hinführt!!!
    Viele Grüße - Ursula

  • #2

    Beate (Samstag, 23 August 2014 04:45)

    Der Denali HW ist für Mietwagen gesperrt? Das habe ich noch nie gehört, aber wie gut, dass Ihr Euer eigenes Gefährt dabei habt! By the way: ein Foto vom Innenleben Eures Campervans würde mich schon interessieren. Oder habe ich das etwa nur übersehen?
    Weiterhin Gute Reise!
    Beate

  • #3

    Waltraud (Freitag, 15 Januar 2016 14:48)

    Ich war im Juli 2015 für drei Wochen mit einem geliehenen Wohnmobil in Alaska unterwegs. Die Vermieter wollen nicht das man die schlechten Pisten fährt, aber wenn man unterschreibt für alle Schäden aufzukommen bekommt man die Erlaubnis. Mein Traum ist es auch mal so lange wie Ihr unterwegs zu sein. Schöne Bilder habt Ihr gemacht, leider hatte ich nicht so schönes Wetter.
    Waltraud