Traumstraßen der Welt: Der Alaska Marine Highway

Nicht nur den Alaska-, Denali-, oder Taylor Highway wollen wir erfahren, da gibt es auch noch den Alaska Marine Highway. Also ist eine Kreuzfahrt von Skagway bis Price Rupert angesagt, acht Tage werden wir unterwegs sein und unser Chevy darf auch mit. Vor der Kulisse der Küstenberge wirkt unsere Fähre wie ein Spielzeug, das sich in eine Welt der Riesen verirrt hat. Auf der Cruise durch die Inside-Passage Richtung Süden, geht es immer tiefer hinein in die dünn besiedelten Regionen am Rande des Kontinents. Dorthin, wo mehr Bären als Menschen zu Hause sind, dorthin wo man die Lachse noch mit der Hand fangen kann und der Westen noch wirklich wild ist.

Der Alaska Marine Highway

ist ein Netz von Fährverbindungen, das von der Regierung des US-Bundesstaats Alaska betrieben wird. Die Schiffe des Marine Highways laufen 32 Häfen ohne Straßenanschluss entlang der Pazifikküste Alaskas, British Columbias und Washingtons von den östlichen Aleuten über South Central Alaska mit Cook Inlet und Prince William Sound bis zur Inside Passage an. Die Gesamtlänge der Route beträgt 5600 km zwischen dem westlichen Endpunkt in Unalaska und Bellingham in Washington.

Der Alaska Marine Highway wurde 1946 von Steve Homer und Ray Gelotte aus Haines gegründet. Diesen auf der Welt einmaligen Highway wollen wir in einer Woche in drei Etappen mit den Staatlichen Fähren befahren. 1. Teilstück von Skagway bis Juneau, 2. Teilstück von Juneau bis Sitka, 3. Teilstück von Sitka bis Prince Rupert. Los geht es am 05. August und wenn alles nach Plan werden wir in Prince Rupert am 12. August einlaufen.

Skagway

ist eine ehemalige Goldgräberstadt in Alaska und 1897 vom William Moore gegründet. Skagway liegt am Taiya Inlet, einer Bucht des Lynn Canals, und ist der Endpunkt der Alaska Inside Passage sowie der White Pass and Yukon Railway von Whitehorse über den White Pass. Skagway ist neben Haines der einzige auf dem Landweg erreichbare Ort des Alaska Panhandle und war für die Goldgräber beim großen Klondike-Goldrausch im Jahre 1898 der wichtigste Ausgangspunkt für die Routen über den legendären White- und Chilkoot Pass.

Von Skagway nach Juneu, der Hauptstadt Alaskas.

Langsam fährt die Fähre durch den Taiya Inlet Richtung Haines. Hinter uns bleiben 3 Kreuzfahrtschiffe zurück und die ersten schnee- und eisbedeckten Berge tauchen auf. Nach einer Stunde erreichen wir Haines. Hier findet der einzige Zwischenstopp statt. Viele Autos verlassen hier die Fähre wieder. Das ganze dauert lange, trotzdem legen wir pünktlich ab und die 4,5-Stunden Fahrt nach Juneau beginnt. 

Was jetzt folgt ist ein Erlebnis der besonderen Art, die Fähre bewegt sich mit etwa 15 Knoten durch das Chilkoot Inlet. Dieses ist nur ein paar hundert Meter breit und rechts und links tauchen immer mehr verschneite bzw. mit Gletschern bedeckte Berge auf. An Steuerbord passieren wir einen Leuchtturm, der einsam auf einer kleinen Insel steht. Ab hier heißt das Ganze dann Lynn Canal, der sich dann auf 5-19 km verbreitert. Nach 4,5 Stunden legen wir pünktlich in Juneau der Hauptstadt Alaskas an.

Juneau Hauptstadt Alaskas

Am 3. Oktober 1880 fanden Joseph Juneau aus Saint-Paul-l’Ermite bei Montreal und sein Partner Dick Harris (1833–1907) in einem Bach nahe der heutigen Stadt Gold. Sie steckten ein etwa 0,65 km² großes Gebiet für eine spätere Siedlung ab und Harris gab ihm zunächst den Namen Harrisburg. Die Kunde des Goldfunds lockte schnell viele Goldsucher in die Gegend. Da noch kein offiziell anerkannter Name für die sich entwickelnde Stadt existierte, stimmten sie am 14. Dezember 1881 ab und entschieden sich für den Namen Juneau. Juneau  ist die einzige Hauptstadt eines Bundesstaats der USA, die keine Straßenanbindung hat und nur mit Flugzeug oder Schiff erreichbar ist.

Der Red Dog Saolon

Während Juneau Bergbau-Ära gegründet, ist der Red Dog Saolon seit Jahrzehnten eine Institution in Juneau. Im Red Dog Saloon muss man mal ein Bier getrunken haben. Der Laden ist voll, laut und die Stimmung ist klasse.  

Der Mendenhall-Gletscher

Der Mendenhall Gletscher gehört zu den Ausläufern des Juneau Icefield. Er befindet sich in direkter Nachbarschaft zu Juneau, der Hauptstadt Alaskas. Das Juneau Icefield erstreckt sich über eine Fläche von 4.000 Quadratkilometern. Dieses Eisfeld ist das Nährgebiet von 140 Gletschern, zu denen auch der Mendenhall und der Taku Gletscher zählen.

Juneau verabschiedet uns mit einem Sonnenuntergang


Die Überfahrt von Juneau nach Sitka

dauert mit der Schnellfähre nur knapp 5 Stunden, und schon auf der Überfahrt fängt es an zu regnen, leider regnet es mit wenigen Unterbrechungen zwei Tage. 1808 wurde Sitka Hauptstadt der russischen Besitzungen in Nordamerika und 1840 Bischofssitz der Russisch-Orthodoxen Kirche. 1867 wurde in Sitka die Übergabe Alaskas von Russland an die USA in einer Zeremonie formell vollzogen.

Heute ist Sitka eine Stadt mit 9000 Einwohnern und vor Ketchikan die größte Stadt des Alexanderarchipels und befindet sich im westlichen Teil der Baranof Insel, im sogenannten Alaska Panhandle. Mit einer Größe von 12.461,4 km² ist sie der Fläche nach die größte Stadt der USA


Aber für den Regen werden wir auf eine Weise entschädigt die wir nie vergessen werden. In der Nähe unseres Stellplatzes ist ein kleiner Creek und dieser wimmelt nur so von Lachsen. Wir machen es den Bären nach, mit der Hand fangen wir zwei Lachse am Abend liegen die Prachtexemplare auf unserem Grill, einfach köstlich.

Von Sitka über Petersburg, Wrangell und Ketchikan nach Prince Rupert.

Früh müssen wir aufstehen um 6:00 Uhr geht unsere Fähre von Sitka nach Prince Rupert. Aber schon um 4:00 Uhr müssen wir am Fährhafen sein, wenn das mal gut geht. Zwei Tage und Nächte braucht die Fähre des Alaska Department of Transportation durch die Inside Passage bis Prince Rupert. Die Inside Passage führt durch herrliche Fjorde und Schärenlandschaften und ist vergleichbar mit der Hurtigrute in Norwegen. Mit Sicherheit ist es die schönste Variante Alaska zu verlassen

Petersburg Alaska
Petersburg Alaska

Mit etwas Glück kann man Wale, Delphine oder Seeotter sehen, der Kapitän ruft es jeweils aus. Unbedingt einen Feldstecher mitnehmen, sonst wird es schwierig auf die Distanz etwas zu erkennen. So fahren wir vorbei an Gletschern, Wasserfällen und verlassenen Dörfern. In Petersburg und Wrangell legen wir an und können sogar die Fähre für jeweils eine Stunde verlassen, die Landschaft ist so unglaublich. dass es schwierig ist diese Traumreise zu beschreiben. Da wir eine Kabine gebucht haben kommen wir morgens um 8:00 Uhr ausgeruht in Prince Rupert an.

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Kommentare: 2
  • #1

    ursuvo (Dienstag, 19 August 2014 18:35)

    Text und Bilder wieder sehr interessant und schön! ich warte auf die Fortsetzung! :-)))
    Viele Grüße - Ursula

  • #2

    Beate (Samstag, 23 August 2014 04:54)

    Gletscher ... au ja! Komme gerade von einer Umrundung Spitzbergens mit der MS Fram zurück und habe mich noch immer nicht sattgesehen ;-))
    Aber Euer Sonnenuntergang in Juneau ist unvergleichlich!
    LG Beate