Namibia: Der Fish River Canyon, Lüderitz & Swakopmund

Namibia und Südafrika, dies sind die beliebtesten Reiseziele der Deutschen im südlichen Afrika. Die ehemalige Kolonie Deutsch – Südwestafrika (Namibia) ist bekannt für Wüsten, Tierreichtum und unendliche Weiten. Stunden fahren wir mit unserem Kia ohne jemand zu begegnen, dies ist in Europa unvorstellbar, aber ein Erlebnis der besonderen Art. Jedenfalls wollen wir dieses Land so erkunden. Ausgangspunkt unserer Reise durch Namibia ist Kapstadt von wo aus wir uns aufmachen zu unserem ersten Ziel, dem Fisch River Canyon.

Von Kapstadt zum Fisch River Canyon

Der Grenzübertritt von Südafrika nach Namibia gestaltet sich problemlos. Ganz wichtig ist, das man von seinem Autovermieter eine Bestätigung für den Grenzübertritt nach Namibia bekommt. Da wir alle Papiere von Herz bekommen haben, ist unser Grenzübertritt von Südafrika nach Namibia nach 30 Minuten erledigt und wir erreichen nach nach 850 Kilometer und 10 Stunden unser erstes Übernachtungsziel, Grünau im Süden Namibias.

Der Fish River Canyon

Am nächsten Morgen sind es dann nur noch 116 Kilometer bis zum Fish River Canyon. Der Canyon am Fisch-Fluss ist die wohl eindrucksvollste Naturschönheit im Süden Namibias. Mit einer Tiefe von ca. 550 Metern ist der Canyon nach dem Grand Canyon in Amerika der zweitgrößte Canyon der Welt. Die Schlucht windet sich über eine Distanz von rund 160 Kilometern durch das zerklüftete Koubis-Bergmassiv bis hinunter nach Ai-Ais.

Der weite Weg nach Lüderitz

Die Farben und Lichtverhältnisse in Namibia sind spektakulär und lassen das Herz eines jeden Fotografen höher schlagen.

Deutsche Spießigkeit versinkt in Lüderitz im Sand

Auf Drängen des Bremer Tabakhändlers Adolf Lüderitz erklärte Otto von Bismarck am 24. April 1884 das 300 Kilometer lange und 150 Kilometer breite Küstenstück nördlich und südlich der Bucht Angra Pequena zum deutschen Schutzgebiet, ernannte einen Reichskommissar, entsandte zwei Kriegsschiffe und ließ am 7. August desselben Jahres die deutsche Flagge hissen. Die Bucht war Deutschlands erster Kolonialhafen, ein unwirklicher Ort, der bald den portugiesischen Namen ablegen und den des Bremer Tabakhändlers trug.

Kein Baum wächst hier ohne Hilfe, es gibt kein Süßwasser, der Wind weht unablässig: Dass sich Lüderitz, eingeklemmt zwischen zwei lebensfeindlichen Wüsten einer aus dem Wasser des Atlantiks und einer aus dem Sand der Namib dennoch bis heute behaupten hat, ist ein Wunder. Das mittlerweile in die Jahre gekommene Lüderitz ist der Stadt gewordene Versuche, der Natur den Schneid abzukaufen. Dabei war und ist die Krise ein steter Begleiter in Lüderitz.

Swakopmund

oder Swakop wie die Einwohner ihre Stadt nennen, hatte während der deutschen Kolonialzeit als Hafen große Bedeutung, obwohl die Küstengewässer eigentlich zu flach sind, eine geschützte Bucht fehlt und die Brandung zu stark ist. Lüderitz war jedoch zu entlegen und hatte kein Süßwasser, und der Seehafen Walvis Bay war damals in britischem Besitz.

1892 makierte das Kanonenboot Hyäne unter dem Kommando von Hauptmann Curt von François eine Landestelle nördlich der Mündung des Swakop Flusses ab, knapp ein Jahr später wurden 40 Siedler aus Deutschland und 120 Angehörige der Deutschen Schutztruppe mit Brandungsbooten an Land gerudert.

Erst 1905 wurde ein 325 Meter langer hölzerner Landungssteg fertiggestellt, der später durch eine solidere Konstruktion aus Eisen ersetzt wurde. Swakopmund war gegründet und wurde zum Tor für Deutsch-Südwestafrika. Die gesamte Versorgung der Kolonie fand über den kleine Hafen von Swakop statt.

1902 konnte endlich die Schmalspur-Eisenbahn nach Windhoek in Betrieb genommen werden und ersetzte die bis dahin notwendigen Ochsenkarren. Der Bahnhof im wilhelminischen Stil stammt aus dem gleichen Jahr. Er wurde vor einigen Jahren aufwändig restauriert und in ein Luxushotel umgewandelt.


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Kommentare: 1
  • #1

    Beate (Freitag, 27 März 2015 10:34)

    "Deutsche Spießigkeit versinkt in Lüderitz im Sand" ... was für ein großartiger Titel!
    LG Beate